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Erschrocken sein

Es wird zur Gewissheit.

Mit jedem Tag wird es eindeutiger.

Sie/er hebt das Telefon nicht ab.

Sie/er antwortet nicht auf SMS und Mail.

Die Telefonnummer ist nicht mehr erreichbar.

Ein Geschenk kommt ungeöffnet zurück.

Man lässt uns ausrichten ein Kontakt ist nicht mehr erwünscht.

Ich kenne die Wohnadresse nicht.

Die Gedanken drehen sich im Kreis. Sie kreisen um immer dasselbe Thema.

In meinen Gedanken, vor meinem inneren Auge sehe ich nur Sie/ihn.

Meine Tochter. Meinen Sohn.

Meine Kinder. Meine Enkelkinder.

Meine Schwester. Meinen Bruder.

Und es ist einfach nicht zu fassen.

Ich versuche den Gedanken wegzudrängen, ich finde keine andere Möglichkeit die Tage und Nächte zu überstehen.

Denn es schnürt mir die Kehle zu, ich glaube an den Tränen zu ersticken. Ich bin sprachlos, wie erstarrt.

 Ich weiß nicht! – Wie soll ich das ertragen?!

Ich kann keinen klaren Gedanken fassen.

Ich kann es niemandem erzählen.

Ich kann die entsetzten Blicke der anderen nicht aushalten.

Ich wage nicht mir vorzustellen, was andere denken.

Ich fühle mich

ohnmächtig,

verzweifelt,

allein.

Vorerst gibt nur eines zu tun:

Anerkennen

Es ist ein Schock, wenn Dir gewahr wird, was hier geschieht.

Du kannst Dir nicht erklären, was da vor sich geht.

Du bist Dir keiner Schuld bewusst, es gab nicht Streit oder Eskalation, was diese Reaktion rechtfertigen würde.

Du möchtest die Situation aufklären, es miteinander ausreden, so haben wir das doch gelernt.

Im selben Moment wird Dir klar, dass eben das nicht geht.

Es kann Momente – kürzere und längere – geben, in denen Du Dich zu nichts fähig fühlst. Wie gelähmt ist Dein System. Denken, Essen, Tagesstruktur brechen phasenweise zusammen.

Warum ist das so? Diese Situation ist eine typische Krisensituation. Darauf warst Du nicht vorbereitet. Die üblichen Strategien im Umgang mit schwierigen Situationen greifen nicht. Dein Hirn hat für diese Situation keine erlernte Handlungsmöglichkeit parat.

Es herrscht innerer Aufruhr.

Deine Gedanken, Emotionen, Gefühle befinden sich im Chaos.

Dein gesamtes System versucht alles an Möglichkeiten aufzubieten, um mit dieser Situation umzugehen. Du kannst es Dir vorstellen wie bei einer Maschine, bei der bei einem Defekt alle Alarmleuchten auf einmal zu blinken beginnen.

Und wie der Maschinist, versucht Dein System nun automatisch alle Hebel zu betätigen – auf gut Glück, einfach um irgendwas zu tun, um irgendwie den schrillen Ton, das wilde Blinken zu stoppen.

Vielleicht hilft es Dir, wenn du weißt: Diese Reaktion ist gesund. Dein Hirn und Dein Körper suchen nach Ordnung, Klarheit, nach einer Strategie das System zu beruhigen.

Noch nach dem Motto TRY AND ERROR.

Vergiss nicht, dass Du nicht auf solch eine Situation vorbereitet warst. Du hast noch keine Strategien entwickelt mit Erfahrungen dieser Art umzugehen.

Es ist wichtig zu hören – und ja, es kann sein, dass Dir das jetzt kein Trost ist, und ja, es kann sein, dass Dich das jetzt sogar ärgert zu hören, aber aus Erfahrung sage ich es trotzdem:

Du lernst gerade etwas Neues!

Es wird noch dauern. Doch es wird lichter werden.

Du wirst den Schock überwinden und dann wirst Du einfach

traurig sein.

Lass Dich ein auf Deine Traurigkeit, sie will gesehen werden.

Du hast allen Grund traurig zu sein.

Du vermisst einen Dir sehr nahen Menschen.

Es ist in Ordnung und gesund einfach traurig zu sein.

Die Alarmleuchten blinken nicht mehr alle auf einmal. Eine nach der anderen leuchtet immer wieder mal auf.

Achtung! Bleib aufmerksam, schau nicht weg – denn hier schlummert die Gefahr der Verdrängung. (Verdrängung kann viele Folgen haben, eine davon ist Depression)

Traurig sein braucht Rituale

Horch gut in Dich hinein – wie möchtest Du gerne traurig sein?

Mach Dich bereit, auch das ist eine Reise.

Lass Dich begleiten, zu zweit sieht man mehr, erlebt man mehr, mal braucht es auch einen Reiseführer.

Du musst nicht alles allein machen, Du musst nicht alles allein herausfinden.

Es gibt Menschen, die haben einige dieser Erfahrungen schon gemacht, sich damit beschäftigt.

Sie bieten Unterstützung an.

Wenn es Deine Gefühle und Gedanken schon zulassen, schau Dich um.

Denn Du wirst feststellen: Du bist nicht allein. Es gibt viele, denen es geht wie Dir.

Von den Kindern                                               

Eure Kinder sind nicht eure Kinder,

sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst.

Sie kommen durch euch, aber nicht von euch.

Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch nicht.

Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken,

denn sie haben ihre eigenen Gedanken.

Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen,

denn die Seelen wohnen im Haus von morgen,

dass ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen.

Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.

Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern.

Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden.

Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit und er spannt euch mit seiner Macht,

damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.

Lasst euren Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein;

Denn so wie er/sie den Pfeil liebt, der fliegt,

so liebt er/sie auch den Bogen, der fest ist.

(Khalil Gibran)

Emotionen und Gefühle

Emotionen und Gefühle sind nicht dasselbe.

Emotionen

sind der leibliche Ausdruck von Wahrnehmung.

Emotionen haben immer eine Ursache – entweder im Inneren oder Äußeren Erleben.

  • Trigger können so eine Ursache sein.

Erinnerungen können Trigger sein, Gerüche, Geräusche,…,

  • Ereignisse in der Umwelt können Emotionen auslösen (Knall, Erlebnis, Begegnung,…)
  • Körperliche Empfindungen wie Kälte, Müdigkeit, Hunger, die Hormone können die Ursache sein.

Im Gegensatz zu den Gefühlen treten Emotionen effektartig auf, sie lassen sich nicht steuern, nicht unterdrücken.

Sie kommen und gehen, wie das Wetter. Sie sind öffentlich und sichtbar. (Mimik, Gestik, Herzfrequenz, Muskeltonus, Körpertemperatur)

Sie sind auch nicht „gut“ oder „schlecht“ – sind einfach ein perfektes Mitteilungssystem, sie haben die Funktion uns Information über uns im Verhältnis zur Umwelt zu vermitteln.

Sie sind schneller als unser Hirn, das heißt die Emotionen haben schon reagiert, bevor das Hirn begreift, was zu tun ist, wenn zum Beispiel Gefahr droht.

Ihr kennt das: Kampf/Flucht/totstellen. Das geschieht unmittelbar und ist nicht willentlich steuerbar.

Oder du schämst dich und wirst rot. Bevor das Hirn begreift, was los ist wirst du rot.

Gefühle

sind die Reaktion unseres bewussten Selbst auf unsere Emotionen. Das ist ein Lernprozess, der mit den allerersten Emotionen einsetzt. Erfahrung, Reflexion und Unterstützung/Vorleben bedingen die Gefühlswelt.

Die Erfahrung, die wir im Umgang mit unseren Emotionen machen werden unsere Gefühle.

Gefühle sind im Gegensatz zu den Emotionen bewusst, aber privat, und nicht sichtbar, sie gehören zum Geistigen.

Ich formuliere mal vorsichtig so: Gefühle sind die immer feinere Differenzierung dieser Basisemotionen. Um bewusst hinzuspüren, muss etwas erst bewusstwerden, muss Sprache verwendet werden (darf auch ein innerer Monolog sein).

Es muss das Hirn zur Hilfe geholt werden. Dann ist das ein bewusster Vorgang.

Es gibt Basisemotionen:

Wut |Trauer | Freude | Angst | Überraschung | Ekel | Neugier

Basisemotionen heißen sie deshalb, weil alle Menschen auf dieser Welt sie empfinden, unabhängig von Alter, Geschlecht, Kultur und Region. Die Mimik der Personen, die diese Emotionen auslösen, hat denselben sicht – und deutbaren Ausdruck.

Emotionen können überschwemmen, durch ihre starke Körperlichkeit, bis hin zur Panik. Das blockiert die Handlungsfreiheit. Wird keine Lösung gefunden versucht das Hirn sich selbst zu helfen.

Reaktionen damit (nicht) umgehen zu können sind Dissoziation, Kompensation, bis hin zu Depression, psychischen Beeinträchtigungen,    

Gefühle verhalten sich zu Emotionen wie die Spitze eines Eisbergs, die aus dem Wasser ragt und sichtbar ist, zu seiner unsichtbaren Basis unter Wasser.

Das unterscheiden zu können ermöglicht emotionale Intelligenz.

Es ermöglicht, den Unterschied wahrzunehmen zwischen

Mitleid (Emotion) und Mitgefühl (Empathie)

Mitleid reißt mich mit, lässt mich leiden.

Mitgefühl bewahrt gesunde Distanz und bietet die Möglichkeit zu Unterstützung.

Dasselbe gilt für Selbstmitleid und dem Mitgefühl für das eigene Erleben.

Was kann vorbeugen, helfen?

Zu differenzieren hilft die Handlungsfreiheit wiederzubekommen.

Von der Emotion zum Gefühl

  • Was hat diese Emotion ausgelöst? – was war die Ursache?
  • Kann ich die Emotion benennen?
  • Was habe ich für ein Gefühl? – was für eine Wut ist das genau? (Zorn, Verärgerung, Stolz)
  • Habe ich Grund für dieses Gefühl?
  • Hier darf nun weitergedacht werden…..wie möchte ich mit dem Gefühl umgehen?
  • Was hat sich bewährt | was kann ich verändern, mal anders denken?
  • Tatsache ist: es ist nicht mehr verdrängt, ist uns bewusst, kann angenommen oder in einen neuen Rahmen gestellt werden.

Verdrängung ist das eigentliche Problem.

Ist etwas verdrängt so ist es nicht weg. Es arbeitet im Unterbewusstsein und verstärkt sich so lange, bis es eine Möglichkeit findet sich Ausdruck zu verschaffen, durch Symptome – körperlich, geistig oder psychisch.

Natürlich ist die Ausprägung und das Auftreten von Symptomen individuell verschieden und wird beeinflusst von

  • Veranlagung,
  • den vorhandenen gesunden Strategien für den Umgang mit schwierigen Situationen,
  • der Bereitschaft und Möglichkeit vertrauensvoll mit jemandem zu sprechen,
  • dem sozialen und kulturellen Umfeld,
  • der körperlichen Verfassung,
  • usw.

Die beste Übung dafür sich seiner Gefühle gewahr zu werden, sie zu differenzieren, sind Aufmerksamkeitsübungen.

Ich und meine Handlung im hier und jetzt.

To Do:

Ich putze mir die Zähne. Und nichts anderes.

Ich sehe und spüre, was ich mache.

Ich nehme wahr, dass andere Gedanken kommen wollen.

Ich nehme wahr, dass ich mich frage, was dieser kindische Unsinn soll.

Ich nehme wahr, dass ich mich nun entscheide dennoch weiterzumachen, oder aufzuhören.

Ich beobachte meine Gedanken.

Ich nehme sie zur Kenntnis und lasse sie gehen, kehre zu meiner bewussten Handlung zurück (Weitermachen oder aufhören).

Die Übung ist erst fertig, wenn du bewusst entscheidest, dass sie jetzt fertig ist.

Probiert das mal die 2 Zahnputz – Minuten lang.

Empfohlene Wiederholung der Übung 2x täglich.

Seid neugierig und beobachtet, was das tut.

Das ist kein Witz, keine Kinderübung, kein Unsinn und Zeitvergeudung sondern

  • therapeutischer Ernst
  • Meditation
  • Mentaltraining
  • Nicht gerade einfach

Just Do It.

Realitätsprüfung

✓ Erschrocken sein

Wir haben festgestellt es ist.
Um festzustellen was zu tun möglich wäre müssen wir genau hinschauen, eine erste Struktur
und ein wenig Ruhe in UNSER inneres Geschehen bringen.

Abgesehen von Traurigkeit und Sehnsucht fühlen wir auch noch Sorge.
Wir vermuten eventuell ein Gegenüber, das schwach und angeschlagen ist. Und wir fühlen
uns dafür schuldig.
Möglicherweise jedoch ist genau das Gegenteil der Fall – damit jedoch können wir ebenso
schlecht umgehen.
Es ist die starke Ambivalenz, die unsere Situation so unübersichtlich werden lässt, uns ein
Gefühl der Ohnmacht bringt.
Es ist hilfreich sich mit den Tatsachen genauer auseinanderzusetzen. Der Kontaktabbruch hat
viele Gesichter.

Es ist Zeit die eigene Wahrnehmung zu überprüfen.
Nimm ein Blatt Papier und schreibe auf:

Wir nehmen uns eine Rosa – Stift und streichen an, was gut ist.
Wir lenken den Blick auf das, was wir haben.
Das mag wenig sein auf den ersten Blick.
Doch gibt es Kleinigkeiten, an denen wir unsere Seele aufrichten können. Sie sind der Anker,
der es uns ermöglicht unseren ganzen Mut zusammenzunehmen und einfach fürs erste
auszuhalten.
Wofür? Für all die anderen, die an unserer Seite sind. Geschwister, eigene Eltern werden von
uns oft einfach plötzlich links liegen gelassen.

Der Kontaktabbrecher zieht durch seine Abwesenheit die ganze Aufmerksamkeit auf sich.
VON WEGEN KONTAKABBRUCH KÖNNTE MAN SAGEN!


„Man kann nicht nicht kommunizieren“ (Paul Watzlawick)

Indem jemand den Kontakt abbricht, sagt er mehr, als mit Worten möglich wäre.
Wagen wir darüber nachzudenken, was damit gesagt werden möchte.

Denn
unsere eigene Wahrnehmung,
unsere Bedürfnisse,
unsere Erfahrungen,
unsere Werte und Glaubenssätze,
unsere Erwartungen
bestimmen was wir hören.
Tatsächlich könnte es sogar sein, dass der Kontaktabbruch mit uns ganz persönlich viel
weniger zu tun hat, als wir annehmen.
Tatsächlich aber tendieren wir dazu es höchst persönlich zu nehmen.

Kommunikation funktioniert auf verbaler (Sprache) und non – verbaler Ebene (Mimik, Gestik,
Auftreten, Verhalten)
In unserem Fall findet verbale Kommunikation nicht statt, lediglich durch ein Verhalten will
etwas ausgedrückt werden.
Das zwingt uns in die Situation zu interpretieren – das wiederum können wir nur unter
Miteinbeziehung unseres Selbst (unsere Wahrnehmung, unsere Bedürfnisse, unsere
Erfahrungen, unsere Werte und Glaubenssätze, unsere Erwartungen)
Man könnte sagen das ist ein Dilemma – denn die Frage nach dem Warum lässt sich auf
kommunikativer Ebene nicht klären.
Wir sind auf uns selbst zurückgeworfen.
Und hier, erst hier, haben wir die Möglichkeit zu handeln. Ein langer, anstrengender, aber
auch aufregender, ein mit viel Neugier zu begehender Weg tut sich vor uns auf.

Diese Kombination wird Veränderung bewirken. Wir brauchen den Mut diese Veränderung 
anzunehmen, auch wenn wir nicht wissen, wie sie aussehen wird.

 Familie:
 Was bedeutet das für mich?
 Wie fühle ich selbst mich in meiner Familie?
 Als Kind | Erwachsener | in meiner Rolle
 Gab es in meiner Familie ähnliches Verhalten?
 Wer hatte welche Rolle in meiner Familie?
 Was für Zuschreibungen gab es zu den jeweiligen 
 Familienmitgliedern?
 Rebell | Querkopf | Schüchterner | Träumer

Das große Ringen

  1. Erschrocken stellen wir fest es zieht sich jemand mit aller Gewalt zurück.
  2. Die Tatsachen liegen auf dem Tisch.
  3. Wir stürzen in ein Meer aus Gefühlen, unsere Emotionen beeinträchtigen unser Dasein, starten einen Angriff auf unsere Vorstellung des Lebensplans, rauben uns die Sinne/den Sinn.

Es tut weh Gefühle anzunehmen, dennoch: je mehr wir sie beiseiteschieben, desto lauter melden sie sich – unberechenbar, spontan, wie ein Sturzbach manchmal, oder tröpfeln, pochend, ohne Unterlass.

Wir gehen einen Schritt weiter, überschreiten eine Barriere. Krise bedeutet auch eine Chance. Doch noch können wir nicht erkennen welche.

Wir wissen, wir müssen etwas tun. Welche Möglichkeiten haben wir?

Es beginnt

Haben wir unsere Gefühle und Emotionen angenommen und sie als wichtige Helfer unserer Innenwelt erkannt entwickeln wir eine neue Haltung.

Wir erkennen diese Haltung unseren Gefühlen und Emotionen gegenüber an als

RESSOURCEN

Wir haben schöne Tage, gute Tage:

Aus ihnen schöpfen wir unsere Energie, an den guten Tagen füllen wir unsere Speicher auf.

  • Was macht Dir Freude?
  • Genießt Du bewusst diese Freude – solange sie eben anhält?
  • Was tust Du, um diese Freude zu erhalten?
  • Wie oft kümmerst Du Dich um Deine Hobbies und Interessen?
  • Pflegst Du Deine freundschaftlichen Kontakte?
  • Hast Du Freude an Deiner Arbeit?
  • Gönnst Du Dir Entspannung und Ruhe?
  • Siehst Du die Schönheit der kleinen Dinge in Deinem Alltag?
  • Feierst Du Deine Feste?
  • Pflegst Du liebgewonnene Rituale?

Wir haben trübe, dunkle Tage:

Sie sind ein besonderer Schatz, denn sie zeigen uns unsere Wunden. Wunden müssen gepflegt werden.

  • Was tust Du, wenn dunkle Wolken über Dein Gemüt ziehen?
  • Lässt Du Deine Verletzlichkeit zu?
  • Bringst du Fürsorge für dich selbst auf?
  • Gönnst Du Dir Rückzug und Stille, solange es eben dauert?
  • Achtest Du deine körperliche Befindlichkeit?
  • Lässt Du zu, dass ein naher Mensch mitfühlen kann?
  • Nimmst Du Dir eine warme Decke, lässt Dir ein Bad ein, gönnst Dir etwas nahrhaftes?
  • Sprichst Du darüber, wie es Dir geht? Das kann auch ein innerer Monolog sein…

Wir wollen es nicht mehr hinnehmen geschüttelt und überschwemmt zu werden. Wir ahnen Handlungsfreiheit durch Klarheit.

wir wollen

ETWAS TUN

Wir schaffen einen natürlichen Raum zwischen uns selbst und der schmerzvollen Situation.

Indem wir uns unserer Gefühle bewusst geworden sind, ist dieser Raum ein geschützter Bereich.

Diesen Raum können wir bewusst öffnen, betreten, uns darin aufhalten.

Und wir können ihn verlassen, ihn schließen, wenn wir eine Pause brauchen.

Dieser Raum ist mal Arbeitsraum für Reflexion, mal Erinnerungsraum, mal Raum für Sehnsucht, Tränen, Melancholie. Und manchmal ist er Zukunftsraum, Raum für Träume und Visionen, Raum für Schönheit und Kreativität.

Wir betreten unseren inneren Raum bewusst und klar. Hier ist Platz für das, was wir tun können. Wir nehmen uns selbst bewusst wahr beim Wahrnehmen. Unser menschliches Hirn macht es uns möglich uns von uns selbst zu distanzieren.

Wir lassen uns ein auf…

REFLEXION.

„Das Hirn ist ein Lösungsorgan.“

(Gerald Hüther)

Worte wollen bedacht werden:

„Diesem Ich, das auch noch in einem lebt, näherzukommen ist nicht immer lustig. Aber sich zu fragen, ob man es mag und ob es mit dem übereinstimmt, was man vorher über sich gedacht hat – das ist unglaublich spannend und befreiend.“

(Gabriele von Arnim)

Reflexion bezeichnet die Fähigkeit, das eigene innere Leben zu be – denken, es zu erforschen und eine Bedeutung in ihm zu erkennen. (Onno van der Hart, 2013)

Wir lernen unsere eigenen Reaktionen zu begreifen, statt sich immer einfach mitreißen lassen zu müssen. Statt automatisch zu reagieren, legen wir überlegtes Verhalten an den Tag.

Wir reflektieren:

  • Über automatisierte Reaktionen auf ein Gefühl.

Bsp.: „Wenn ich traurig bin, ziehe ich mich zurück, weil ich denke, dass ich anderen Menschen damit belaste.“

Habe ich die Möglichkeit mal anders mit meiner Traurigkeit umzugehen?

  • Über unsere innere Stimme, die sich ab und an meldet.

Bsp.: „Ich will eigentlich nicht gemeinsam mit den anderen an dieser Reise teilnehmen.“

Was genau könnte der Grund für diese innere Stimme sein?

Was verdränge ich an Gefühlen in mir?

  • Um andere Menschen zu verstehen.

Bsp.: „Meine Freundin hebt seit Tagen Ihr Telefon nicht ab. Sie ist wohl böse auf mich.“

Könnte es auch andere Gründe für ihr Verhalten geben, die mit mir persönlich gar nichts zu tun haben?

Und es stellt sich automatisch die Frage

WER BIN ICH?

Wie nimmst Du Dich selbst wahr?

Welche Worte assoziierst Du mit Deinem Wesen?

Welche Farben dominieren?

Wie klingt Deine Melodie?

als Kind | jugendlich | erwachsen | in der Lebensmitte | heute |in der Zukunft

Gibt es Unterschiede?

Was hat sich verändert?

Wann warst Du ganz Du selbst?

Was brauchst Du, um das wieder fühlen zu können?

Stell Dir vor Du beschreibst Dich selbst in Worten oder einem Bild:

Wir bringen Werte, Erfahrungen, Erlebnisse, Sichtweisen, Rollenbilder in Verbindung mit unserer Wahrnehmung von uns selbst in der Gegenwart.

Unsere Wahrnehmung ist individuell und einzigartig. Niemals davor, nicht jetzt, nicht in der Zukunft wird jemand das Leben wahrnehmen, wie DU es wahrnimmst.

Deine Wahrnehmung Deines Selbst im Verhältnis zur Welt ist einzigartig und bildet Deinen größten Schatz.

Ja, es ist eine alte Frage.

Sie zu beantworten, mit Muße, Mut, Neugier und erholsamen Pausen ist die

CHANCE IN DER KRISE.

Segel setzten

✓ Erschrocken stellen wir fest es zieht sich jemand mit aller Gewalt zurück.
✓ Die Realitätsprüfung – Die Tatsachen liegen auf dem Tisch.
✓ Wir stürzen in ein Meer aus Gefühlen, unsere Emotionen beeinträchtigen unser
Dasein, starten einen Angriff auf unsere Vorstellung des Lebensplans, rauben uns die
Sinne/den Sinn.
✓ Wir gehen einen Schritt weiter, überschreiten eine Barriere. Krise bedeutet auch eine
Chance.

Es ist was es ist.

Die Zeit heilt alle Wunden. (?)
Nicht in unserem Fall. Doch werden mit der Zeit die Emotionen und Gefühle milder, vor allem, wenn
wir gelernt haben mit ihnen umzugehen, sie anzuerkennen, sie als zu uns gehörig anzunehmen.
Mit der Zeit schaffen wir es wieder Tage zu erleben, die frei sind von trüben Gedanken.
Tatsächlich gibt es Tage der Freude, der Heiterkeit, des normalen Alltags.
Immer wieder jedoch geschieht es, dass eine Begegnung, ein Zusammentreffen mit Freunden, ein
Spaziergang etwas in uns auslösen kann, was unsere Gemütsverfassung ins Wanken bringt. Und
augenblicklich gerät die Welt aus den Fugen, haben wir Angst die Selbstbeherrschung zu verlieren,
müssen Weinen, stehen uns emotional äußerst anstrengende Tage bevor.
Um nicht ständig Gefahr zulaufen verstört zu werden ist es an der Zeit innerlich Vorbereitungen zu
treffen und sich ein Rüstzeug anzulegen.


Eine Entscheidung ist zu treffen


Dazu braucht es die Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle im System Familie.

✓ Welche Rollen habe ich inne in meinem Familiensystem?
✓ Was bedeutet es für mich in der Rolle der Mutter, des Vaters, Tochter, Großeltern … zu sein?
✓ Welche Erwartungen haben andere Familienmitglieder an mich und meine Rolle?
✓ Welche Bedeutung hat meine Rolle für meine Definition von mir selbst?
✓ Ändert sich etwas an meiner Rolle allein durch die Funkstille, den Kontaktabbruch, die
verlorene gemeinsame Zeit?
✓ Wie kann ich meiner Rolle gerecht werden, wenn kein Kontakt möglich ist?
✓ Kann ich meine Rolle auf unbestimmte Zeit auf „Stand-by“ schalten und bei Bedarf wieder
aufnehmen?
✓ Welche kleinen Modifikationen muss und kann ich vornehmen, um meine Rolle an die
Zukunft anzupassen?

Wir entwickeln und erproben

Strategien

Jeder von uns kennt die Situation:
Es entwickelt sich ein Gespräch in Gesellschaft. Irgendjemand streift rein zufällig unser Thema.
Augenblicklich wird uns unsere Situation mehr als bewusst.
Was nun sagen, wie die Frage beantworten?
Am liebsten einfach verschwinden, den Kloß im Hals nicht spüren müssen, diese Blicke nicht erahnen
müssen, das peinliche Schweigen, die Gedanken in den Köpfen,…die tröstenden Worte, die bestürzten
Bekannten, die hilflosen Freunde.
Das Gefühl gescheitert zu sein. Sich irgendwie zu schämen.
Tatsächlich kann sich kaum jemand der Berührung durch das Thema entziehen.


Es gilt die authentische Mischung zu finden
zwischen Offenheit und gesunder Distanz.

Es ist leichter, gesund und authentisch zu sagen was Tatsache ist. Und eben nicht mehr. Ganz wie es
Dir selbst guttut.
Es ist völlig in Ordnung zu sagen, dass Du jetzt nicht darüber sprechen möchtest.
Du darfst auch charmant und souverän das Thema wechseln.

Finde heraus, was Dir entspricht. Deine innere Stimme wird es dir sagen. Höre auf sie. Sei achtsam mit
Dir in diesen Momenten.


Du bist hier in Deiner Wachstumszone.


Erinnere Dich an Deine Entscheidung. Betrachte schwierige Situationen als Herausforderung, als
Übung. Ein Lächeln wird über Dein Gesicht huschen.

„Die Wahrheit ist jedem Menschen zuträglich“
(Viktor Frankl)


Ja, das stimmt natürlich. Doch muss sie im Einklang mit den äußeren Umständen, der eigenen
Verfassung und der sozialen Umgebung kommuniziert werden.
Es ist wichtig die passenden Menschen und Situationen zu finden, damit Du offen sprechen kannst.
Wähle sorgsam einige wenige Menschen, mit denen Du offen sprichst.
Es gibt Freunde, die jeweils verschiedene Rollen abdecken. Darunter sind Freunde für empathischen
Austausch, Freunde zum Ausweinen, Freunde für Ablenkung, Freunde für Ratschläge und Tatsachen.
Lerne ihre Rollen zu unterscheiden und zu schätzen. Sie sind gerne für Dich da.

Dennoch gibt es immer wieder Tage des Zweifels, des Trübsinns der Sehnsucht. Und das wird auch so
bleiben. Sind es doch vertraute, inniglich geliebte Menschen, die wir vermissen. Wir haben allen
Grund zu fühlen, wie wir fühlen.


An diesen Tagen betritt Deinen

sicheren inneren Raum

Ihn zu erschaffen, dauert wenige Minuten. Ihn zu behalten, bedarf ein wenig Übung.

  • Such Dir einen Dir sympathischen Gegenstand (Ein Stein, ein Foto, ein Bild, eine Tasse, eine Kerze, ein Armband,…).
  • Halte ihn in Deiner Hand und setze Dich entspannt an einen gemütlichen Platz.
  • Schließe Deine Augen.
  • Spüre den Gegenstand in Deiner Hand.
  • Träum Dich in Deine Lieblingsszene, Deine Lieblingsraum.
  • Wo bist Du?
  • Was riechst Du?
  • Was hörst Du?
  • Was spürst Du unter Deinen Füßen?
  • Bist Du in einem geschlossenen Raum, oder umgibt Dich Weite?
  • Was siehst Du?
  • Lass Dich ein auf 5 Details, die Dir Wohlgefühl und Sicherheit vermitteln. (Baum, Geräusch,..)
  • Benenne diese 5 Details, hole sie in Dein Bewusstsein.
  • Spüre den Gegenstand in Deiner Hand.
  • Schau Die Deine 5 Details nochmal genau an. Benenne sie nochmal.
  • Spüre den Gegenstand in Deiner Hand.
  • Wenn Du Dich sicher und wohl fühlst, versichere Dich, dass Du Dich an die Details erinnern kannst.
  • Verabschiede Dich, verlasse den Raum mit dem Gefühl jederzeit wiederkommen zu können.
  • Spüre den Gegenstand in Deiner Hand.
  • Öffne Deine Augen, spüre nach und atme tief.
  • Platziere den Gegenstand irgendwo in deine Alltagsumgebung, wo Du ihn immer sehen kannst (z.B.: am Wohnzimmertisch, im Badezimmer,..)

Mach diese Übung spielerisch, möglichst täglich. Das ist gar nicht so schwer, Du musst Dich bloß erinnern. Als Kinder haben wir solche Sachen gemacht. Wir haben es nur vergessen.

Mit konsequenter Übung wir Dein innerer sicherer Raum für Dich mühelos betretbar sein, allein durch den bewussten Anblick Deines gewählten Gegenstands.

Achtung! – hier folgt eine Übung für Fortgeschrittene.

Mit dem sicheren inneren Raum in der Hand – oder Hosentasche kannst Du dich ein Stück weiterwagen,
Fahrt aufnehmen in ein Gebiet, das geübte innere Sicherheit benötigt.
Es ist die Auseinandersetzung mit dem

Worst Case
Was wäre, wenn…..


Wage Dich langsam heran.
Sieh zu, dass Du jederzeit in sicheres Fahrwasser gelangen kannst, wenn der Wind hier zu stark wird.
Übe ausschließlich in guter Verfassung.
Übe niemals in Stresssituationen.

  • Betrachte die Szene von weit weg, sei die/der Beobachter*in
  • Schaffe Distanz, indem du Deine Rolle an eine/n Schauspieler*in Deiner Wahl vergibst.
  • Du bist die/der Regisseur*in der Szene.
  • Die Gefühle, die Worte, die Handlung werden von Dir vorgegeben.
  • Sie Dir die Interpretation Deiner/s Schauspieler*n genau an.
  • Gib Anweisungen, bis sie/er ihre/seine Rolle nach Deinem Geschmack spielen kann.
  • Stelle ihr/ihm wohlwollende Personen zur Seite.
  • Gib ihr/ihm Möglichkeiten die Situation gut meistern zu können.
  • Lass Dich von ihrem/seinem Spiel berühren.
  • Nimm wahr, was Dir gefallen hat.
  • Trete gedanklich an ihre/seine Stelle.
  • wenn Du genug hast “entrolle Dich” – schüttele Dich gut durch, streck Dich, gähne.
  • Betrachte den Gegenstand Deines inneren sicheren Raumes und komm zurück ins JETZT.

Es ist Unsinn, sagt die Vernunft
Es ist was es ist sagt die Liebe
Es ist Unglück, sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz, sagt die Angst
Es ist aussichtslos, sagt die Einsicht
Es ist was es ist, sagt die Liebe
Es ist lächerlich, sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig, sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich, sagt die Erfahrung
Es ist was es ist, sagt die Liebe
(Erich Fried)

Ans Eingemachte 25. – 27. September 20´

Ans Eigemachte

Ein psychokulinarischer Workshop angelehnt an das Eisbergmodell

Gisi Kurath in Zusammenarbeit mit SelfSightSeeing Company

Es kommt vor, dass etwas wie ein Stein im Magen liegt. Es kommt vor, dass man sich das Süppchen selbst eingebrockt hat. Das macht nun aber das Kraut auch nicht fett. Jemand gibt seinen Senf dazu. Noch ist nicht Hopfen und Malz verloren. Damit wieder alles in Butter sein kann geht es erst mal „ans Eingemachte“!

Wir haben uns viel vorgenommen für unseren ersten psychokulinarischen Workshop in “Casa Tondolo: Wir gehen ans Eingemachte. Auf allen Ebenen und Metaebenen seiner Bedeutung wollen wir uns mit Eingemachtem beschäftigen. Ausgehend von einer Reise, die uns hinabführt in unseren seelischen Erdkeller, wo wir hinsehen und Bestand nehmen wollen was da noch alles so lagert, möglicherweise das Eine oder Andere öffnen und probieren um Platz zu schaffen. Das Einmachen ist ein ständiges Auffüllen der Ressourcen.

Es ist Erntedank, wir haben gedacht, gesät, gedüngt, gepflegt und geerntet. Wir wollen mit Dankbarkeit auf unsere reifen Früchte blicken und überlegen was werden wir brauchen als als Stärkung und Proviant für die kommende dunkle Jahreszeit? Wie können wir die Sonnenstrahlen das Licht und die Energie transformieren, in Gläser füllen und einmachen?

Das Angebot in unseren Supermärkten lässt uns völlig vergessen wie so manches Produkt im ursprünglichen Zustand aussieht bzw. wie es hergestellt wird. Das Einmachen ist eine jahrtausendealte Tradition der Menschheit um Gemüse, Fleisch und Obst einzumachen – also durch Kochen haltbar zu machen. Wenn im Winter die frischen Lebensmittel aufgebraucht waren, gingen sie “ans Eingemachte”. Noch etwas kommt hinzu: Es ist unglaublich befriedigend, Lebensmittel von Grund auf mit den eigenen Händen herzustellen. Und es macht Spaß, gute gesunde Dinge zu verzehren und Selbstgerechtes mit allen Sinnen zu genießen.

Ausblick: Der psychokulinarische Jahreskreis in der Casa Tondolo

eine Workshop-Reihe von Gisi Kurath in Zusammenarbeit mit SelfSightSeeing Company

Verbunden mit Natur durchlebt auch unsere Seele im Jahreskreis verschiedene Phasen und Stadien. Gisi Kurath, Itshe Petz und Io Tondolo laden Sie ein in der Casa Tondolo gemeinsam innezuhalten und begleiten Sie mit einem kulinarisch, kreativen und reflexiven Workshop-Programm durch das Jahr.

Nächste Termine:

30.10.-1.11.2020 “All Hallows’ Eve” – Verwandlungen zwischen den Welten

18.12.-20.12.2020 “Die Rauhnächte” – Rituale entwickeln und Leben

Programm:

 Freitag 25.9.2020

  • S7/S61 11Uhr ab Graz Ankunft 11:40 Bahnhof Deutschlandsberg geführte Wanderung zu Casa Tondolo Trahütten bis ca. 15:30 oder S7/S61 16Uhr ab Graz Ankunft 16:40 Bahnhof Deutschlandsberg & Taxi nach Trahütten (Landsberg Taxi 0664 8215111 Vorbestellung empfohlen)
  • (17 Uhr empfohlene Ankunft für Individualreisende)
  • Hausführung /// Zimmerbezug /// Ankommen
  • 18:30 Uhr Aperitif /// Eingemachtes öffnen /// Kennenlernen vor dem Haus
  • 20 Uhr Abendessen
  • Ans Eingemachte: geführtes, emotionales Einstimmen auf das WS-Thema

Samstag 26.9.2020

  • 7 Uhr Waldbaden
  • 8 Uhr Frühstück
  • 9:00 Uhr Workshop Einmachen I, Gefäße vorbereiten, Rezepte lesen, Gemüse putzen
  • 13 Uhr Mittagessen
  • Pause
  • 15:30 Uhr Workshop Einmachen II, Gemüse verarbeiten, Abfüllen …
  • 20 Uhr Abendessen
  • 21:30 Uhr Workshop Einmachen III, Obst Konzentrate und Paradeissauce vorbereiten
  • 24 Uhr kleiner Umtrunk am Küchenherd Beginn der Nachwache und hüten des Feuers bis 6 Uhr (Einzelelreflexion /// Gedanken einmachen)

Sonntag 27.9.2020

  • 7 Uhr Waldbaden
  • 8:30 Uhr Frühstück
  • 9:30 Uhr Workshop Einmachen IV, Abfüllen der nächtlichen Arbeit, Pasteten
  • 13 Uhr Mittagessen
  • Pause
  • 15:30 Uhr Workshop Einmachen V, Gläser Beschriften
  • Abschluss und gemeinsame Reflexion /// Ausblick
  • 17 Uhr Abreise
    (S Bahn nach Graz jeweils zur vollen Stunde)

 Das Einzumachende:

Erlebtes, Erfahrenes, Gelerntes, Übernommenes, Verdrängtes,

Gurken, Aivar, Powidl, Kürbis – Chutney, Cassoulet, Hühnerleberparfait, Corned Beef, Paradeissauce, uvm.

Kosten

Kursbeitrag   € 300,-                                                                                                                                      (incl. Workshopmaterialien für das Eingemachte sowie Gläser, Flaschen, Etiketten, etc.)

2 Nächtigungen im Einzelzimmer  € 110,-                                                                                                                       

2 Nächtigungen p.P. im Doppelzimmer  €  70,-                                                                                               

Verpflegung   90,-                                                                                                                                            (Freitag Abend bis Sonntag Nachmittag incl. Alkoholfreie Getränke)

Casa Tondolo

Ein Haus im Wandel, die beiden Künstler Itshe Petz & Io Tondolo mit ihrer SelfSightSeeing Company haben 2020 entschieden das traditionsreiche Haus “Alpenpanorama” in Trahütten von Io’s Großmutter zu übernehmen. Es soll ihr Zuhause werden und ein Ort der Begegnung, ein Atelier und eine Galerie, ein Ort der Ruhe und ein Ort des Lebens. Ein Verhandlungsort für Kunst, Design und Kulinarik inmitten der Natur auf 1000 Meter Seehöhe.

Gisi Kurath – Dipl. Lebens – u. Sozialberaterin

Mehr als 20 Jahre verwöhnte Gisi Kurtah mit ihrer “Schabelweide” Körper und Seele der Besucher*innen des Kaiser-Josef-Platzes in Graz. Weltoffen, herzlich und fürsorglich hatte sie immer ein offenes Ohr für alle ihre Gäste. Das stete Streben nach persönlicher Weiterentwicklung und drang nach Tiefe und Reflexion brachten sie zur Lebens- und Sozialberatung. Ihre Stärke ist es zu vereinen was zusammengehört.

Dipl. Päd. Itshe Petz

studierte Künste im Sozialen und absolvierte Fortbildungen in Körperpsychotherapie, Gruppendynamik und psychologischer Beratung. Seine ortsspezifischen Kunstproduktionen verbinden Selbstanalyse mit kulturhistorischem Kontext.

Mag.art. Io Tondolo

studierte abstrakte Malerei und Restaurierung. Neben seiner langjährigen Erfahrung im Bereich Tanztheater und Performance wurde er durch seine Großmutter als Koch ausgebildet. In seinen Rauminstallationen verbinden sich mit kulinarischen Konzepten. In seinen Bildern und Skulpturen sind Gesichter von zentraler Bedeutung. Sie dienen als Reflexionsflächen für seine immanente “Seinsanalyse”.

Gemeinsam erschaffen Itshe & Io durch ihre uniformierte Selbstinszenierung eine fortwährende, humorvolle Performance auf der Bühne des Alltags.

Anmeldung:

Bitte Teilnahmebedingungen lesen – alle Felder ausfüllen- akzeptieren – senden.

Damit gilt Deine Anmeldung als verbindlich!

Du erhältst dann eine E-Mail-Bestätigung mit der Konto-Nr. für die Überweisung des Beitrags.
Der Gesamtbetrag ist bis spätestens 5 Wochen vor Seminarbeginn auf mein Konto zu überweisen.
Weitere Informationen folgen der E-Mail.

Ich melde mich zum folgenden Workshop oder Seminar verbindlich an:

    Ich akzeptiere die Teilnahme- und Storno-Bedingungen (**). Die Stornobedingungen sind aktuell aufgrund von COVID-19 nicht gültig!
    Mit dem Absenden der Anmeldung erkläre ich mich mit der Verarbeitung einverstanden. Die abgesendeten Daten werden nur zum Zweck der Kursabwicklung verarbeitet. Weitere Informationen findest Du in der Datenschutzerklärung.

    (*) Pflichtfeld

    (**) Teilnahme- und Storno-Bedingungen

    Anmeldung:
    Mit “Senden” gilt Deine Anmeldung als verbindlich.
    Der Gesamtbetrag ist bis spätestens 3 Wochen vor Seminarbeginn auf folgendes Konto zu überweisen:
    Gisela Kurath
    IBAN: AT02 2081 5000 0685 5381
    Weitere Informationen erhältst Du per E-Mail.

    Storno-Bedingungen:
    Bei Abmeldung bis 3 Wochen vor Seminarbeginn fallen keine Kosten an.
    Bei Abmeldung bis 1 Woche vor Seminarbeginn werden 50 % des bereits überwiesenen Gesamtbetrags rückerstattet.
    Bei späterer kurzfristiger Absage erfolgt keine Rückerstattung, es sei denn, Du findest eine/n Ersatzteilnehmer/in.
    Bei vorzeitiger Abreise während des Seminars erfolgt keine Rückerstattung.
    Bei Absage eines Seminars von mir selbst, werden bereits erfolgte Zahlungen zur Gänze rückerstattet.
    (Weitere Ansprüche sind ausgeschlossen.)

    Haftung:
    Die Teilnehmer*innen tragen während des Seminars die volle Verantwortung für sich selbst und ihre Handlungen innerhalb und außerhalb der Gruppe.
    Bei gesundheitlichen Problemen informiere mich bitte rechtzeitig bzw.
    kläre mit Deinem Arzt oder Therapeuten ab, ob eine Teilnahme sinnvoll ist.
    Die Teilnehmer*innen kommen für eventuell verursachte Schäden selbst auf und stellen sowohl mich als auch die Gastgeber am Veranstaltungsort von allen Haftungsansprüchen frei.

    Kontakt:

    Gisi Kurath
    www.gisikurath.com
    +43 664 2531996
    gisi.kurath@gmail.com

    Itshe Petz und Io Tondolo
    www.selfsightseeing.company
    +43 650 900 300 5
    mail@selfsightseeing.company
    www.casatondolo.at

    Bitter – ein vergessener Geschmack

    Besinnung – ein psychokulinarischer Workshop

    Ich habe den Weg über die Küche und die Gastronomie zum Ernährungstraining und schließlich zur Lebensberatung genommen.

    Kochen liegt bei mir in der Familie und meine Großmutter, die für die Angestellten ihres Familienbetriebes täglich auch noch gekocht hat, und das mit Hingabe und Freude, hat mir das Gefühl vermittelt, dass Ernährung, Kochen, miteinander Essen viel mehr Bedeutung hat, als wir uns bewusst sind.

    Interessant finde ich die psychische Komponente des Themas Nahrung.

    Was machen Lebensmittel, die Art und Weise der Zubereitung, die Rituale rund ums Essen mit unserer seelischen Verfassung, unserem Wohlbefinden?

    Was löst ein Geschmack, ein Geruch in mir aus?

    Kann ich lernen auf meine Körper zu hören, ihm und vor allem meinen Emotionen vertrauen?

    Sagt er mir, was er braucht, bzw. kann ich deuten, WAS er mir sagt?

    Was brauche ich, dass das gelingt?

    Wie kann ich meinen Körper und meinen Geist unterstützen bei dem, was er braucht?

    „Das ist bitter“, sagen wir. Gemeint kann ein Geschmack sein. Oder auch eine Lebenserfahrung, ein Gefühl.

    Was bedeutet das für uns, wie gehen wir damit um, und kann bitter auch etwas Positives haben?

    Kochen werden wir dreimal Bitter. Drei Fragen wollen wir uns stellen und den Versuch von Antworten wagen.

    Ich möchte Euch auffordern den Geschmack von bitter gedanklich und gefühlsmäßig von der Zunge auf die Seelenebene zu bringen.

    Das erste Grün, das im Frühling aus dem Boden spriesst ist definitiv bitter.

    Die sekundären Pflanzenstoffe in bitteren Lebensmitteln fördern die Qualität unserer Körpersäfte.

    Die Galle, die Leber, die Verdauung, das Blut.

    Wir wachen also auf aus dem Winterschlaf und kommen in die Gänge.

    Geschmacklich oder seelisch: Was assoziierst Du mit bitter?

     

    Sätze, Stichworte, Gedanken, Gemüse, Früchte, Verhalten, Emotionen…

    Junge Rüben in Bier und Honig

    Rüben, Karotten, Petersilwurzen, Salz, Pfeffer, Honig, Bier, Zitrone

    Die Rüben halbieren, in eine gesalzene und leicht gezuckerte, mit Olivenöl ausgegossene kalte Pfanne legen, die Schnittfläche nach unten. Deckel auflegen, erhitzen, gut zuhören (es muss zu brutzeln beginnen), wenn die Schnittflächen schön braun sind den Hönig zugeben, leicht karamellisieren, mit Bier löschen und al dente köcheln. Rübchen anrichten, Bier eventuell noch weiter reduzieren, mit Zitronensaft abschmecken und mit kalter Butter montieren

    Es gibt fünf Geschmacksrichtungen:

    Süß – Kohlehydrate, Zucker

    Umami – Geschmack von tierischem und pflanzlichem Eiweiß

    Sauer – bedeutet Ausgleich, Harmonisierung. Alles, was vermeintlich sauer schmeckt wirkt basisch.

    Salzig – betrifft den Mineralstoffwechsel

    Bitter – was sagt uns bitter? Bitter fördert eben Reinigung, Verdauung, diee Qualität unserer Körpersäfte

    In welcher Form könnten auch bittere Gefühle, Erfahrungen uns reinigen?

     

    z.B.: In eine Auszeit zwingen, sich besinnen, Selbstreflexion betreiben,….

    Fenchel Grapefruit Salat mit gebeizter Lachsforelle

    Fenchelknolle, BIO Grapefruit (rosa), Orange, Honig, Salz, Pfeffer, Senf, Oliven, geröstete Fenchelsamen

    Die Grapefruit mit der Schale dünn aufschneiden, mit Salz und Pfeffer würzen, den Fenchel blättrig geschnitten darauf verteilen, die Orangen schälen und in dünne Scheiben schneiden, mit dem Fenchel vorsichtig mischen, Oliven darüber verteilen.

    Aus dem Olivenöl, Honig, der Zitrone, den gerösteten und zerstoßenen Fenchelsamen, dem Senf ein Dressing bereiten und darüber verteilen

    Lachsforelle gebeizt

    Grobes Meersalz und Zucker 1:1, Zitronen oder Orangenschale, Wacholderbeeren, Pfeffer, Senfsamen, Dillspitzen, Olivenöl, Zitrone

    Alles im Mörser oder Cutter zerreiben, Filet mit der Hautseite nach unten auf einen Teller legen, mit der Mischung bedecken, mit Folie abdecken, im Kühlschrank 24 Stunden ziehen lassen.

    Am nächsten Tag mit kaltem Wasser abwaschen, eine Marinade aus Honig, Zitronensaft und Dillspitzen herstellen, den Fisch dünn aufschneiden und mit der Marinade beträufeln.

    Die beliebtesten Geschmäcker sind süß und umami. Die Muttermilch schmeckt vorwiegend süß und umami, das hat sich die Natur gut ausgedacht, denn das Baby braucht jetzt erstmal Kohlehydrate für ein gesundes Hirn und Eiweiß für den Zellenaufbau.

    Salzig und sauer wird mitgeliefert, wenn die Mama auf ihre Ernährung achtet,  und bald auch mit der Beikost.

    Bitter ist ein Geschmack für Fortgeschrittene. Siehe die Reaktion auf „erster Spinat“.

    Um bitter muss man sich bemühen, wir bemerken das Bedürfnis nach bitter seltener, als das Bedürfnis nach den anderen Geschmäckern. Bitter kann man lernen. Man muss es öfter probieren und es sich schmackhaft machen.

    Welche Ressourcen habt ihr für Euch zur Verfügung in bitteren Momenten?

     

    z.B.: Einen Menschen zum Ankuscheln, eine Warme Badewanne, Tee, die richtigen Worte von einem Menschen, in einem Buch, eine melancholische Melodie, Ruhe und Zeit für Gedanken und Schlaf, ein Film zum Dazuweinen,…

    Bitter, um es sich lustiger und angenehmer zu machen, mag also süß, umami, sauer und salzig als Begleiter. So einfach ist das. Von der Temperatur her mag bitter lauwarm.

    Ein bissl Honig, ein Ziegenkäse, Butter und Speck, eine Frucht, ein Schuss Essig,..

    Die bitteren Stoffe verschwinden nicht, tun ihre Wirkung, lassen sich aber gern ummanteln von Angenehmem, lassen sich dadurch besser annehmen.

    Geschmorter Löwenzahn und Radicchio mit Haselnüssen und Orange, gratinierter Ziegenkäse

    Radicchio (Trevigiano, Chicoree,..), Haselnüsse, Orangen, Zitrone (besser Cedro**), Olivenöl, Senf, Ziegenkäse, Salz und Pfeffer, Läuterzucker*, frischer Thymian (Rosmarin, Basilikum, Estragon,…)

    Den Schafkäse auf ein Backblech legen und mit Olivenöl bestreichen, mit Gewürzzucker (Zucker, Orangenschale, Salz, Thymian zart bestreuen, im Rohr gratinieren.

    Die Löwenzahnröschen und den geachtelten Radicchio in eine mit Olivenöl ausgegossene, gesalzene und gezuckerte Pfanne legen und verfahren wie mit den jungen Rüben (siehe oben).

    Löschen mit Apfelessig, montieren mit kalter Butter.

    Auf einem Teller anrichten.

    Cedroschalen mitsamt der weißen Haut in dünne Streifen schneiden, in Läuterzucker kandieren, herausnehmen, auf dem Salat verteilen.

    Die Orange filetieren und auf den Salat legen.

    Aus dem übrigen Läuterzucker, dem Orangensaft, Salz und Pfeffer, einem Spritzer Zitrone ein Dressing bereiten, auf dem Salat verteilen.

    Den Schafkäse auf dem Salat anrichten.

    *Läuterzucker ist eine Zucker – Wasser –  Mischung im Verhältnis 1:1, der Zucker wird im Wasser aufgekocht, bis er sich vollständig aufgelöst hat.

    **Cidro ist jene Zitronenart mit leichter Süße und dicker Schale.

    Zum Abschluss noch etwas Beruhigendes:

    Das Empfinden für Bitter lässt mit dem Alter nach. Das liegt daran, dass die Geschmacksknospen im Laufe des Älterwerdens an Sensibilität verlieren.

    Das heißt also – wenn unsere Körpersäfte und der Darm altersbedingt Unterstützung benötigen werden wir reif für ein Mehr an bitter.

    Im Laufe eines Lebens lernen wir auch mit bitteren Erfahrungen besser umzugehen. Vieles ist schon bewältigt worden. Unser Umgang mit diesen Erfahrungen hat uns wachsen lassen, aus bitteren Krisen sind wir gestärkt hervorgegangen.

    Durch bitter sind wir resilient geworden.

    In diesem Sinne:

    Passt auf euch auf!