Segel setzten

Segel setzten

✓ Erschrocken stellen wir fest es zieht sich jemand mit aller Gewalt zurück.
✓ Die Realitätsprüfung – Die Tatsachen liegen auf dem Tisch.
✓ Wir stürzen in ein Meer aus Gefühlen, unsere Emotionen beeinträchtigen unser
Dasein, starten einen Angriff auf unsere Vorstellung des Lebensplans, rauben uns die
Sinne/den Sinn.
✓ Wir gehen einen Schritt weiter, überschreiten eine Barriere. Krise bedeutet auch eine
Chance.

Es ist was es ist.

Die Zeit heilt alle Wunden. (?)
Nicht in unserem Fall. Doch werden mit der Zeit die Emotionen und Gefühle milder, vor allem, wenn
wir gelernt haben mit ihnen umzugehen, sie anzuerkennen, sie als zu uns gehörig anzunehmen.
Mit der Zeit schaffen wir es wieder Tage zu erleben, die frei sind von trüben Gedanken.
Tatsächlich gibt es Tage der Freude, der Heiterkeit, des normalen Alltags.
Immer wieder jedoch geschieht es, dass eine Begegnung, ein Zusammentreffen mit Freunden, ein
Spaziergang etwas in uns auslösen kann, was unsere Gemütsverfassung ins Wanken bringt. Und
augenblicklich gerät die Welt aus den Fugen, haben wir Angst die Selbstbeherrschung zu verlieren,
müssen Weinen, stehen uns emotional äußerst anstrengende Tage bevor.
Um nicht ständig Gefahr zulaufen verstört zu werden ist es an der Zeit innerlich Vorbereitungen zu
treffen und sich ein Rüstzeug anzulegen.


Eine Entscheidung ist zu treffen


Dazu braucht es die Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle im System Familie.

✓ Welche Rollen habe ich inne in meinem Familiensystem?
✓ Was bedeutet es für mich in der Rolle der Mutter, des Vaters, Tochter, Großeltern … zu sein?
✓ Welche Erwartungen haben andere Familienmitglieder an mich und meine Rolle?
✓ Welche Bedeutung hat meine Rolle für meine Definition von mir selbst?
✓ Ändert sich etwas an meiner Rolle allein durch die Funkstille, den Kontaktabbruch, die
verlorene gemeinsame Zeit?
✓ Wie kann ich meiner Rolle gerecht werden, wenn kein Kontakt möglich ist?
✓ Kann ich meine Rolle auf unbestimmte Zeit auf „Stand-by“ schalten und bei Bedarf wieder
aufnehmen?
✓ Welche kleinen Modifikationen muss und kann ich vornehmen, um meine Rolle an die
Zukunft anzupassen?

Wir entwickeln und erproben

Strategien

Jeder von uns kennt die Situation:
Es entwickelt sich ein Gespräch in Gesellschaft. Irgendjemand streift rein zufällig unser Thema.
Augenblicklich wird uns unsere Situation mehr als bewusst.
Was nun sagen, wie die Frage beantworten?
Am liebsten einfach verschwinden, den Kloß im Hals nicht spüren müssen, diese Blicke nicht erahnen
müssen, das peinliche Schweigen, die Gedanken in den Köpfen,…die tröstenden Worte, die bestürzten
Bekannten, die hilflosen Freunde.
Das Gefühl gescheitert zu sein. Sich irgendwie zu schämen.
Tatsächlich kann sich kaum jemand der Berührung durch das Thema entziehen.


Es gilt die authentische Mischung zu finden
zwischen Offenheit und gesunder Distanz.

Es ist leichter, gesund und authentisch zu sagen was Tatsache ist. Und eben nicht mehr. Ganz wie es
Dir selbst guttut.
Es ist völlig in Ordnung zu sagen, dass Du jetzt nicht darüber sprechen möchtest.
Du darfst auch charmant und souverän das Thema wechseln.

Finde heraus, was Dir entspricht. Deine innere Stimme wird es dir sagen. Höre auf sie. Sei achtsam mit
Dir in diesen Momenten.


Du bist hier in Deiner Wachstumszone.


Erinnere Dich an Deine Entscheidung. Betrachte schwierige Situationen als Herausforderung, als
Übung. Ein Lächeln wird über Dein Gesicht huschen.

„Die Wahrheit ist jedem Menschen zuträglich“
(Viktor Frankl)


Ja, das stimmt natürlich. Doch muss sie im Einklang mit den äußeren Umständen, der eigenen
Verfassung und der sozialen Umgebung kommuniziert werden.
Es ist wichtig die passenden Menschen und Situationen zu finden, damit Du offen sprechen kannst.
Wähle sorgsam einige wenige Menschen, mit denen Du offen sprichst.
Es gibt Freunde, die jeweils verschiedene Rollen abdecken. Darunter sind Freunde für empathischen
Austausch, Freunde zum Ausweinen, Freunde für Ablenkung, Freunde für Ratschläge und Tatsachen.
Lerne ihre Rollen zu unterscheiden und zu schätzen. Sie sind gerne für Dich da.

Dennoch gibt es immer wieder Tage des Zweifels, des Trübsinns der Sehnsucht. Und das wird auch so
bleiben. Sind es doch vertraute, inniglich geliebte Menschen, die wir vermissen. Wir haben allen
Grund zu fühlen, wie wir fühlen.


An diesen Tagen betritt Deinen

sicheren inneren Raum

Ihn zu erschaffen, dauert wenige Minuten. Ihn zu behalten, bedarf ein wenig Übung.

  • Such Dir einen Dir sympathischen Gegenstand (Ein Stein, ein Foto, ein Bild, eine Tasse, eine Kerze, ein Armband,…).
  • Halte ihn in Deiner Hand und setze Dich entspannt an einen gemütlichen Platz.
  • Schließe Deine Augen.
  • Spüre den Gegenstand in Deiner Hand.
  • Träum Dich in Deine Lieblingsszene, Deine Lieblingsraum.
  • Wo bist Du?
  • Was riechst Du?
  • Was hörst Du?
  • Was spürst Du unter Deinen Füßen?
  • Bist Du in einem geschlossenen Raum, oder umgibt Dich Weite?
  • Was siehst Du?
  • Lass Dich ein auf 5 Details, die Dir Wohlgefühl und Sicherheit vermitteln. (Baum, Geräusch,..)
  • Benenne diese 5 Details, hole sie in Dein Bewusstsein.
  • Spüre den Gegenstand in Deiner Hand.
  • Schau Die Deine 5 Details nochmal genau an. Benenne sie nochmal.
  • Spüre den Gegenstand in Deiner Hand.
  • Wenn Du Dich sicher und wohl fühlst, versichere Dich, dass Du Dich an die Details erinnern kannst.
  • Verabschiede Dich, verlasse den Raum mit dem Gefühl jederzeit wiederkommen zu können.
  • Spüre den Gegenstand in Deiner Hand.
  • Öffne Deine Augen, spüre nach und atme tief.
  • Platziere den Gegenstand irgendwo in deine Alltagsumgebung, wo Du ihn immer sehen kannst (z.B.: am Wohnzimmertisch, im Badezimmer,..)

Mach diese Übung spielerisch, möglichst täglich. Das ist gar nicht so schwer, Du musst Dich bloß erinnern. Als Kinder haben wir solche Sachen gemacht. Wir haben es nur vergessen.

Mit konsequenter Übung wir Dein innerer sicherer Raum für Dich mühelos betretbar sein, allein durch den bewussten Anblick Deines gewählten Gegenstands.

Achtung! – hier folgt eine Übung für Fortgeschrittene.

Mit dem sicheren inneren Raum in der Hand – oder Hosentasche kannst Du dich ein Stück weiterwagen,
Fahrt aufnehmen in ein Gebiet, das geübte innere Sicherheit benötigt.
Es ist die Auseinandersetzung mit dem

Worst Case
Was wäre, wenn…..


Wage Dich langsam heran.
Sieh zu, dass Du jederzeit in sicheres Fahrwasser gelangen kannst, wenn der Wind hier zu stark wird.
Übe ausschließlich in guter Verfassung.
Übe niemals in Stresssituationen.

  • Betrachte die Szene von weit weg, sei die/der Beobachter*in
  • Schaffe Distanz, indem du Deine Rolle an eine/n Schauspieler*in Deiner Wahl vergibst.
  • Du bist die/der Regisseur*in der Szene.
  • Die Gefühle, die Worte, die Handlung werden von Dir vorgegeben.
  • Sie Dir die Interpretation Deiner/s Schauspieler*n genau an.
  • Gib Anweisungen, bis sie/er ihre/seine Rolle nach Deinem Geschmack spielen kann.
  • Stelle ihr/ihm wohlwollende Personen zur Seite.
  • Gib ihr/ihm Möglichkeiten die Situation gut meistern zu können.
  • Lass Dich von ihrem/seinem Spiel berühren.
  • Nimm wahr, was Dir gefallen hat.
  • Trete gedanklich an ihre/seine Stelle.
  • wenn Du genug hast “entrolle Dich” – schüttele Dich gut durch, streck Dich, gähne.
  • Betrachte den Gegenstand Deines inneren sicheren Raumes und komm zurück ins JETZT.

Es ist Unsinn, sagt die Vernunft
Es ist was es ist sagt die Liebe
Es ist Unglück, sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz, sagt die Angst
Es ist aussichtslos, sagt die Einsicht
Es ist was es ist, sagt die Liebe
Es ist lächerlich, sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig, sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich, sagt die Erfahrung
Es ist was es ist, sagt die Liebe
(Erich Fried)