Archiv der Kategorie: Inspirationen

Jänner

Bitter. Ein vergessener Geschmack

Unsere Zunge lässt uns fünf Geschmacksrichtungen erschmecken. In der Beliebtheitsskala ganz oben angesiedelt sind herzhaft – würzig (umami), süß, gefolgt von salzig und sauer. Umami, das ist auch der ausgewogene Geschmack aller Geschmacksrichtungen, der nach mehr davon verlangen lässt. Bitter ist in Anteilen darin enthalten, jedoch nicht hervorschmeckend.
Bitter – das ist ein Geschmack für Fortgeschrittene.
Tatsächlich empfinden wir eine Speise als rundum harmonisch, wenn alle Geschmacksrichtungen ausgeglichen vorhanden sind, mit kleinen individuellen Vorlieben. Der eine mag es salziger, der andere etwas saurer. Seltener mag man es bitterer.
Bitter – das ist ein Geschmack, den man üben muss.
Und es hat viele Vorteile, hat man bitter mal lieben gelernt.
Erstens, es ist gesund! Die winterlichen Bittersalate und – Gemüse liefern die nötigen Vitamine und Spurenelemente, die Bitterstoffe reinigen Gallensäfte und Leber. Es hat einen „natürlichen“ Grund, dass die ersten grünen Blätter im Frühling „bitter“ schmecken. Die Fastenzeit fällt günstiger Weise in diese Zeit, Brennnessel, Löwenzahn und Co. versorgen uns mit den ersten frischen Vitaminen und reinigen von Innen.
Zweitens, es fördert die Konzentration! Bitter wirkt anregend, aufrichtend, belebend. Gefühlsmäßig treibt bitter an, erfrischt. Bitter wirkt auf das Gemüt wie der Frühling, frech, überraschend, wild, erweckend.
Drittens, es erfreut das Auge! Die ersten Frühlingsfarben sind kräftig und zart gleichermaßen, ich denke an das besondere Grün von frischem Sauerampfer, Hopfensprossen, Schafgarbe. Ich denke an die vielen Farben essbarer Blüten verschiedenster Kräuter und Wiesenblumen, auf dem Bauernmarkt liegen noch die bitteren Wintersalate und werden abgelöst vom Löwenzahn.
Besonders der Frühling also darf bitterlastig sein. >> Weiterlesen

Schwammerlragout

Ich dünste kleingeschnittene Zwiebel in Olivenöl, derweil schneide ich eine rote und/oder gelbe Paprika in kleine Stückchen und füge diese dann zum Zwiebel. Ich röste beides auf mittlerer Flamme.
Bevor ich Paprikapulver einrühre ziehe ich den Topf vom Feuer, rühre ein paar mal. Das Paprikapulver kommt nun hinzu, und ich rühre nochmal gut durch.
In grobe Stücke geschnittene Paradeiser kommen nun in den Topf, ein wenig Salz, das zieht Wasser , wenig blättrig geschnittener Knoblauch – das ist ein natürlicher Geschmacksverstärker. Ich lege einen Deckel auf, und die Haut der Paradeiser löst sich nun allmählich vom Fruchtfleisch. Sind Kinder oder heikle Personen meine Gäste entferne ich nun die Paradeishaut mit einer Pinzette. Es entsteht eine sämige Sauce, die ich mit Lorbeer und gemahlenem Kümmel würze. Mit Salz und Pfeffer schmecke ich ab.
Die kleingeschnittenen Schwammerl und Pilze mische ich nun unter die Sauce, wobei ich 1 oder 2 makellose Steinpilze blättrig geschnitten beiseite lege, denn sie garnieren später die fertige Sauce, sind das Goldstück dieser Speise und ziehen auf dem heiß servierten Gericht gar, bis die Teller den Tisch erreicht haben.
Frische Petersilie rundet den Geschmack und setzt den farblichen Akzent. Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. >> Weiterlesen

Die volle Pracht

In unserem sonnigen Herbst hängt süßer Duft in der Luft über den Gärten, Wiesen und Feldern. Ich kann mich nicht sattsehen an den Farben. Der Sommer hat sein bestes gegeben, der Herbst übernimmt die volle Pracht. Es ist Zeit zu ernten. Ich sammle Farbe für blasse Tage.
Hochzeit in den Küchen. >> Weiterlesen